Der Ablauf einer Organspende
Die Transplantation von Organen gehört zu den faszinierenden Gebieten moderner Medizin. Vor kurzem noch sicher dem Tode geweihte Patienten werden heutzutage durch eine Transplantation nicht nur gerettet, sondern einem fast normalen Leben wieder zugeführt. Im Durchschnitt ermöglicht ein Organspender drei Kranken ein neues Leben. Zwischen dem Tod des Spenders und der Transplantation der Organe liegen in der Regel nur wenige Stunden. In dieser Zeit ist viel zu tun.
1. Todesfeststellung
Zwei Ärzte stellen unabhängig voneinander fest, dass der Hirntod eingetreten ist, das Gehirn also unwiederbringlich zu arbeiten aufgehört hat. Das Krankenhaus verständigt die zuständige Regionalstelle der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Ein Mitarbeiter fährt in die betreffende Klinik.
2. Gespräch mit den Angehörigen
Das Gespräch mit den Angehörigen findet statt. In der Regel sind beteiligt: die behandelnden Ärzte. Manchmal ist auch ein DSO-Koordinator mit dabei.
3. Durchführung medizinischer Tests
Der Spender wird sorgfältig untersucht. Es dürfen keine Tumorerkrankungen oder Infektionen vorliegen, die den Empfänger gefährden könnten.
4. Vermittlung der Organe
Der Koordinator der DSO meldet die zur Verfügung stehenden Organe an Eurotransplant. Die Stiftung vermittelt Organspenden in Deutschland, Benelux, Österreich, Slowenien und Kroatien. Eurotransplant:
- ermittelt die Empfänger nach festgelegten Kriterien wie Dringlichkeit, Erfolgsaussicht, Wartezeit und Blutgruppe
- informiert die Transplantationszentren, in denen die Organe verpflanzt werden sollen.
5. Organexplantation
Wenn der Vermittlungsentscheid vorliegt, organisiert die DSO in Absprache mit der Klinik und dem jeweiligen Transplantationszentrum Organentnahme und Transport. Aus den Empfängerkrankenhäusern fährt ein Entnahmeteam aus Transplantationschirurgen in das Spenderkrankenhaus. Sie entnehmen die Spenderorgane und bringen sie in die Transplantationszentren.
6. Transplantation
Die Transplantationszentren verständigen die Empfänger, die unverzüglich ins Krankenhaus fahren. In den Transplantationszentren bekommen die Patienten das jeweilige Spenderorgan eingepflanzt.