
Herzblau 9/3/3, 2009 I Ultramarin, verschiedene Materialien I 80 x 60 x 8 cm
1942 in Schwenningen a. N. geboren
1963–67 Studium an den Akademien in Karlsruhe und München bei
Albrecht von Hancke, Franz Nagel und Emil Schumacher
1967–69 Studium der Kunstgeschichte an der Universität Karlsruhe bei Klaus Lankheit
1969–75 Kunsterzieher an einem Gymnasium in Karlsruhe
1973 Villa-Romana-Preis, Florenz
1975 Preis und Arbeitsstipendium
des Kulturkreises im BDI
1976–77 Cité des Arts, Paris
1977 Wilhelm-Morgner-Preis, Soest
1977 Annemarie- und Will-Grohmann-Stipendium
1977 documenta 6 in Kassel
1980 Rom-Preis, Villa Massimo
1985–2007 Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg; lebt und arbeitet in Lauf.
Nationalgalerie Berlin, Bayerische Staatsgemäldesammlung, München Staatsgalerie Stuttgart, Galerie der Stadt Stuttgart, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Städtisches Museum Karlsruhe, Kunsthalle zu Kiel, Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen, Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt am Main Sammlung der Bundesrepublik Deutschland, Berlin, Städtisches Museum Recklinghausen, ZKM Karlsruhe Neues Museum in Nürnberg

Dies ist der erste thematische Kunstwettbewerb, an dem ich teilgenommen habe. Das Thema ging mir so zu Herzen, dass ich mich bemühen mußte, eine malerische Lösung zu finden, die nicht dem Satz von Gottfried Benn entsprach: „Das Gegenteil von Kunst ist gut gemeint“. Ich bin deshalb dem christlichen Symbol „Herz Jesu“ nicht ausgewichen, sondern habe es in seiner reinsten Form, mit vergoldeter Flamme, rot gelüstertem Herzen, mit Blutstropfen und echten Rosendornen in meine Bildwelt aufgenommen. Ich halte es für das Symbol der ersten und größten Organspende der Menschheit und denke, dass es die Pflicht jedes Christen wäre, Jesus in dieser Hinsicht nachzufolgen.
Als christliches Symbol verweist das Herz auf den Glauben, die Hoffnung, die Transzendenz und das Jenseits. Die geflieste Wand wiederum kann mit ihrem Raster für die Realität des Diesseits, für technoide Perfektion, strukturelles Denken und planendes Handeln stehen. Dies ist jedoch nur der Anfang einer langen Assoziationskette, in der auch der Lichteinfall von links oben und das samtene Ultramarinblau eine Rolle spielen.
Das Herz wird von fast allen Menschen als Sitz der Seele, der Emotionen, der Ängste und der Freude angesehen. Wenn es beginnt, krank zu werden und droht, seinen Dienst einzustellen, stirbt der ganze Mensch. Hier kann es sehr tröstlich sein, sich einem hochprofessionellen Ärzteteam anvertrauen zu können, das dieses Herz – fast etwas prosaisch – als Muskel ansieht und ihn in einem gefliesten, aseptischen Operationssaal mit einer Spitzentechnologie ersetzt. Der Mensch lebt weiter und Dank eines Spenders kann sich auch die Seele wieder freuen, ängstigen, hoffen und sehnen. Sie ist nicht im alten Organ geblieben.
Von dieser Verschränkung von Fühlen und Denken, von Herz und Verstand erzählt mein Bild HERZBLAU 9/3/3.
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